Straßenschild Speckmannsgasse

speckmannsgasse.de

25.06.2026

Vom Ehrenstadtbrandmeister zur Symbolfigur: Marcus Scheele ist Beckums neuer Kater Rumskedi

​Statt Blaulicht und Einsatzweste heißt es für Marcus Scheele ab sofort: reinschlüpfen in den schwarzen Plüsch. Der Beckumer Karneval hat am gestrigen Abend seine wichtigste Symbolfigur neu gewählt und den bekannten Ex-Feuerwehrchef offiziell zum Kater Rumskedi ernannt. Damit haucht Scheele dem traditionsreichen Wahrzeichen der Püttstadt, das bereits seit 1934 den lokalen Schlachtruf „Rumskedi Helau“ prägt, neues Leben ein. Er übernimmt das hochemotionale Erbe von Heinz-Josef Dinter, der die Rolle seit 1990 sage und schreibe 36 Jahre lang mit purem Herzblut verkörperte und im Mai 2026 im Alter von 78 Jahren verstarb.

​In Beckum genießt Marcus Scheele bereits höchsten Respekt – allerdings in einer völlig anderen Funktion. Mehr als drei Jahrzehnte lang sorgte er im aktiven Dienst für die Sicherheit der Stadt, die meiste Zeit davon als Chef an der Spitze der Beckumer Feuerwehr. Für sein Lebenswerk, das von der Modernisierung der Wachen bis zur Nachwuchsförderung reicht, wurde er erst vor wenigen Wochen zum Ehrenstadtbrandmeister ernannt und unter großem Applaus mit einem Großen Zapfenstreich auf dem Marktplatz verabschiedet. Seine dort geschätzten Kernkompetenzen – Ruhe, Klarheit und absolute Verlässlichkeit – werden ihm nun auch auf der närrischen Bühne zugutekommen. Erfahrungen im Karneval hat Markus als ehemaliger und nun Ehrenpräsident der KG Außer Rand und Band sowieso.

​Dass es ihn so kurz nach dem Dienstende ins Katerkostüm verschlägt, entbehrt nicht einer gewissen prophetischen Ironie. Eigentlich hatte der frischgebackene Pensionär vor, die gewonnene Freizeit auf dem Wasser zu verbringen und mit dem eigenen Boot Richtung Nordsee zu schippern. Seine Feuerwehrkameraden bewiesen beim Abschied jedoch echtes Hellseher-Talent: Sie schenkten ihm eine Zeichnung, die das Schiff „Rumskedi“ zeigte. Statt einsamer Seeluft wartet auf Scheele nun der tosende Applaus in den Festsälen, wo er ab sofort an der Seite der Stadtprinzen ein buntes, neues Kapitel der Püttstadt-Tradition aufschlägt.